Exerzitien im Alltag


Vorbereitung auf Ostern 2021

Ein ökumenischer spiritueller Weg in der Weise von Exerzitien im Alltag

  • 24. Februar – 24. März 2021
    Den Flyer mit allen Terminen und allen wichtigen Informationen können Sie sich auch > hier herunterladen und ausdrucken.

Bildnachweis: Max Hunziker „Halt an, wo laufst du hin“, 1955, © Verlag am Eschbach, Eschbach, Rechtsnachfolge: Ursula Kunz, Zürich

„Halt an. Wo laufst du hin?“

Wie leben wir und wie gehen wir miteinander um?
Was ist wirklich wichtig im Leben, und worauf können, wollen oder müssen wir verzichten?
Wie geht es weiter?

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Menschen aller Nationen und Religionen zum Innehalten in ihrer gewohnten Lebens- und Denkweise gebracht.

„Halt an. Wo laufst Du hin?“ Plötzlich wirkt dieses Wort aus dem 17. Jahrhundert von Angelus Silesius topaktuell. Angelus Silesius, von dem dieser Satz stammt, hieß eigentlich Johannes Scheffler und wurde 1624 in Breslau geboren. Zu seiner Zeit tobte der 30-jährige Krieg in Europa. In dieser schwierigen Situation schöpft der evangelische Johannes Scheffler aus Quellen der Mystiker. Er beginnt selbst, mystische Aussagen in Form einzelner gereimter Sätze zu formulieren. Unter dem Titel „Cherubinischer Wandersmann“ werden sie später bekannt.

Mit dem vierwöchigen geistlichen Übungsweg laden wir Sie ein, neu in Berührung zu kommen:
mit sich selbst, mit anderen, mit Gott, mit Fragen nach dem Woher, Wohin und Wozu des Lebens.

Lassen wir uns gemeinsam von Angelus Silesius ansprechen, unsere Schritte zu verlangsamen, innezuhalten, um uns zu orientieren, Neues zu sehen, zu hören, wahrzunehmen…

Unser Übungsweg dauert 4 Wochen (24. Februar – 24. März 2021) und besteht aus kleinen täglichen persönlichen Übungen und 5 begleitenden Andachten zum gemeinsamen Austausch.

Die Andachten finden jeweils am Mittwoch um 19:30 Uhr in der Kirche St. Willibald statt.
Der erste Abend ist Mittwoch, der 24. Februar 2021, Beginn 19:30 Uhr.

Alle Frauen und Männer aus dem ganzen Pfarrverband und darüber hinaus sind herzlich eingeladen!
Der Kurs ist kostenlos.

Bitte melden Sie sich bis spätestens Faschingsdienstag bei mir oder im Pfarrbüro an.
Die Anmeldung sollte Namen und E-Mail-Adresse oder Telefonnummer enthalten.
Leitung: Hans Bauer, E-Mail: hans.b.bauer@arcor.de


Vorbereitung auf Ostern, warum?

Wie können wir Gott und unser Leben, unseren Glauben und die Welt zusammenbringen? Diese Frage bewegt mich und vielleicht auch Sie.

Wenn wir uns auf den Weg machen, unseren Glauben zu vertiefen, meinen wir manchmal, dass wir dazu heilige Zeiten brauchen, heilige Orte, außerordentliches Tun, innige Andacht. Nur: solche „heiligen Zeiten“ nehmen wir in unserem Alltag kaum wahr. So trennen wir dann oft Gebet und Arbeit, Sonntag und Werktag, Heiliges und Alltägliches. In der einen Realität scheint Gott vorzukommen, in der anderen aber – dem „wirklichen“ Leben – können wir Geistliches eher nicht entdecken. Dann kommen wir über „schöne Aufschwünge“ nicht hinaus und verlieren womöglich den Mut.

Der Alltag als Übungsraum und Bereich des eigenen Handelns

Gerade aber der Alltag als Raum des Lebens, wie er eben ist, kann als Raum der persönlichen Entfaltung und Freude, des Glaubens und der Bewährung, der Einübung in die Treue und die Geduld entdeckt werden.

Routine und Abnutzung, Niederlagen und Verwundungen gehören ebenso zu diesem Raum des Glaubens wie Versöhnungsmöglichkeiten. „Gott kann gesucht und gefunden werden in allen Dingen“ (Ignatius von Loyola). Für Christen gibt es demnach keine geist-losen oder geist-freien Zeiten und Lebensbereiche, weil Jesus Christus in unsere irdische, banal-diesseitige Welt hinein gekommen ist. In Jesus Christus zeigt Gott seine Zuneigung zur Welt. Deswegen sollen und dürfen wir „Weltchristen“ sein, also weltfromme Leute – Alltagschristen.

Die Vorbereitung auf Ostern nach dem Modell der „ökumenischen Exerzitien im Alltag“ ist ein möglicher Weg, solches Christsein im „wirklichen“ Leben einzuüben. Alle Situationen, Ereignisse, Begegnungen, Tatsachen, Fragen, Entwicklungen, Verhaltensweisen, Reaktionen, Ängste, Hoffnungen lernen wir ruhig und wach anzuschauen (sehen). Im Licht Gottes und des Evangeliums sollen sie entschlüsselt werden (urteilen). Im Glauben sollen sie gelebt werden (handeln). Wir üben also, das eigene Leben auf Gott hin zu ordnen, es von ihm verwandeln zu lassen. Wir nehmen uns dazu jeden Tag ein wenig Zeit, um mit entsprechender Anleitung unser Leben in den Blick zu bekommen und so sensibel zu werden für Gottes Geist in unserem Alltag. Menschen, die dies versuchen, sind immer wieder erstaunt, wie aufregend, lebendig und gelingend ihr Leben werden kann.

Termine der gemeinsamen Andachten:

  • Mittwoch, 24. Februar 2021
  • Mittwoch, 03. März 2021
  • Mittwoch, 10. März 2021
  • Mittwoch, 17. März 2021
  • Mittwoch, 24. März 2021

jeweils in der Kirche St. Willibald, Beginn um 19:30 Uhr; Ende spätestens 20:30 Uhr

Wesentlich für die Teilnehmer des Kurses ist die Einbettung in den Alltag:

  • eine möglichst tägliche Zeit des persönlichen Betens und der Besinnung zu Hause, und
  • während des Tages mit den gegebenen Anregungen zu üben.

Bei den wöchentlichen gemeinsamen Andachten möglichstaller Teilnehmerinnen und Teilnehmer halten wir gemeinsam Stille, beten und tauschen uns aus. Außerdem gibt es eine kurze Einführung in die jeweils nächste Woche und das dazu notwendige Material.

Auf Wunsch können Einzelgespräche mit dem Leiter der Exerzitien vereinbart werden.

Hinweis: für Teilnehmende, die sehbehindert oder blind sind, kann eine Hör-CD mit allen Texten und Anleitungen zur Verfügung gestellt werden.