Pfarrbrief


Aktueller Pfarrbrief

10.04.2021 – 18.04.2021

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Liebe Schwestern und Brüder,

„vielleicht ist nur der Glaube des Zweifelnden ein lebendiger Glaube, weil er sich aussetzt. Wer sich nicht verunsichern lässt, lebt in einer Burg mit dicken Mauern. Aber das Leben erreicht ihn nicht und er erreicht das Leben nicht. – Weil du mitten im Leben stehst, hast du das Recht unsicher zu sein. Es spricht für dich, du bist im Werden. – Alle Antworten zu haben, heißt meistens Antworten zu haben, die zu keinen Fragen wirklich passen.“ So steht es in dem Buch „Grundrechte des Christen“ von Ulrich Schaffer.
Das Sonntagsevangelium vom ungläubigen Thomas zeigt, dass Glauben und Zweifeln zusammengehören.
Thomas weigert sich zu glauben, dass der auferstandene Jesus den zehn anderen Aposteln erschienen war, bis er die Wunden von Jesus sehen und fühlen konnte.
Jesus maßregelt Thomas aber nicht.
Er nimmt Thomas mit seinen Fragen, mit seinen Zweifeln ganz ernst. Für unseren Pfarrverband kann das heißen: Wir haben ein offenes Ohr für alle Mitchristen, die sich schwertun und mit manchem in der Kirche nicht einverstanden sind. Unsere Kirchengemeinden sind Orte, an denen wir über Ängste, Zweifel und Enttäuschung sprechen können.
Im Gebet können die Zweifel in Worte gefasst werden und auf diese Weise abgegeben werden. Durch das Gebet verschaffe ich mir Klarheit über meine Situation im Leben. Das Gebet schafft eine Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen und zu mir selbst.
Wir können mit diesen Worten zu Gott beten:
Gott, lass das Licht deiner Auferstehung in unseren Herzen aufleuchten. Gib uns in Bedrängnis Frieden, in Verzagtheit Kraft, im Zweifel Gewissheit und in der Erstarrung den Mut zum Aufbruch. Wir legen alles bei dir ab, was uns belastet. Amen.

Herzliche Grüße
Hanna Löffler